„The Nation State of the Internet“ Sam Wallman

Wie versuchen Regierungen soziale Medien zu beeinflussen? Dieser Frage geht, meines Erachtens nicht besonders gelungen, Sam Wallman nach. In „The Nation State of the Internet“ beleuchtet er eine offenbar misslungene Twitter-Kampagne des australischen Premierministers Tony Abbott. Darüber hinaus thematisiert Wallman das Vorgehen der CIA und der israelischen Regierung.

Warum halte ich den zweiseitigen Comic für misslungen? Das hat mehrere Gründe. Zum einen fehlen fast überall Quellen, wie in Panel 4 auf Seite 1. Weil TV und Zeitung immer bedeutungsloser würden, hätten es Regierungen schwerer, die Kontrolle zu behalten – diese These finde ich gewagt und nicht belegt. Und wenn es im Sinne der transparenten Subjektivität Wallmans Meinung ist, wird sie nicht deutlich genug.

Teilweise sind die Quellen schlicht unvollständig: Wallman zeichnet eine Sprecherin der britischen Armee, nennt aber ihren Namen nicht. Das ist mir völlig schleierhaft.

Darüber hinaus störe ich mich in diesem Fall an Wallmans Zeichnungen: Ich kann von bezahlten chinesischen Propaganda-Verbreitern halten was ich will, aber muss ich sie deswegen so überzeichnen, wie Wallman das hier getan hat? Ich schließe aus dem Gesichtsausdruck der entsprechenden Zeichung, dass Wallman sie für irre hält. Gleiches gilt für ein Panel mit Tony Abbott, dem der Schweiß in Bächen die Stirn hinunterzuströmen scheint.

Dies ist keine Forderung, möglichst realistisch zu zeichnen. Aber meiner Ansicht nach hätte es diesem Comic gut getan.

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